Pori – Merikarvia

Das große Regengebiet ist über Nacht abgezogen, aber hat sehr kühle Morgentemperaturen sowie einen frischen Nordwestwind mitgebracht.

Wir brechen auf und suchen in der Stadt nach einem Radhändler, da Martin für seine Rohloff einen Torx 20 benötigt. Bei „Pyörä Sport“ werden wir zwar zuerst nicht fündig, aber der nette Finne setzt sich sofort ins Auto und düst zu einem Händler in der Nähe. Zehn Minuten später haben wir einen ganzen Satz „Torxe“. Sehr hilfsbereit. 

Mit Kurs Nordwest geht es hinaus nach Yyteri, wo wir uns erstmal am dortigen Campingplatz ein zweites Frühstück mit viiiiel Kaffee gönnen. Den können wir auf den nächsten Kilometern gut gebrauchen, denn die Route nach Norden führt über einen Damm. Ungebremst stürmt der Wind darüber und wir sind froh, endlich wieder in den Wald einzutauchen.
Gegen Mittag ziehen die letzten Wolkenfetzen ab und die Sonne scheint vom blitzeblauen Himmel. Warm wird es mit 7°C deshalb trotzdem nicht und der Gegenwind beruhigt sich auch nicht…

Schließlich landen wir beim heutigen Tagesziel, dem Campingplatz „Merikarvia“ an der Spitze einer Landzunge. Heute sind wir faul und sparen uns das Aufbauen des Zelts – vor einer „Mökit“, einer kleinen Hütte lassen wir den Tag ausklingen.

Der beste Radhändler in Pori

Rathaus von Pori

Inselhopping über einige Dämme

Unsere Hütte auf dem Campingplatz

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Uusikaupunki – Pori

Martin geht es wieder etwas besser. Wir bauen das Zelt ab und kommen mit Windunterstützung flott voran. Der vorhergesagte Regen bleibt uns erspart, 18 Grad und Bewölkung sind ideales Radreisewetter. Pünktlich zur Mittagszeit finden wir in der ansonsten total verwaisten Gegend einen Imbiss und genehmigen uns jeweils eine Pizza. Highlights auf der Strecke sind eine kleine Windmühle und eine enge Hängebrücke, über die wir das Gepäck teilweise einzeln tragen müssen.

Elchalarm! Zum ersten Mal sehen wir ganz überraschend auch 3 Elche mitten im Wald. Die scheuen Tiere rennen aber gleich davon und sind schnell im dichten Wald verschwunden.

In Pori angekommen, finden wir den im GPS markierten Campingplatz nicht, aber in unmittelbarer Nähe eine Jugendherberge. Wir checken ins letzte freie Zimmer ein. Es fängt an zu regnen und wir freuen uns, dass heute wieder alles reibungslos geklappt hat. 

Endlose Wälder säumen die Straßen

Holzhängebrücke

Windmühle

Typisches Haus in der Gegend, rot-braun gestrichen

Uusikaupunki – Uusikaupunki

Nachdem wir gestern schon so fleißig waren, legen wir heute einen Pausentag ein. Außerdem haben wir strammen Nordwind. Und unser Campingplatz an der Ostsee ist einfach zu schön.

Der eigentliche Grund: Martin ist ein bißle malad. Mit 24h-Rekonvaleszenz wird sich das nicht beheben lassen, aber bessern.

Frank nutzt die Gelegenheit, um sich das nahegelegene Inselarchipel genauer anzusehen. Durch Dämme wurden mehrere dieser Inseln Ende der 1950er Jahren miteinander verbunden. So ist ein 40 qkm großes Süßwasserreservoir entstanden. Außer viel Wald und schlechten Straßen gab es auf dem Rundkurs aber nichts besonderes zu sehen. 

Auf einer der vielen Inseln

Rundfahrt über das Inselarchipel

Turku-Uusikaupunki

Nach einer etwas kurzen Nacht auf der Fähre (Frühstück um 5:30, Ankunft eine Stunde später) fahren wir vom Hafen in Turku bei Rückenwind und schönstem Sonnenschein Richtung Norden, der finnischen Westküste entlang.

Unterwegs verpflegen wir uns an einer der zahlreichen „Grilli“-Stationen, welche fettige Pommes und Burger anbieten. Ideal für Radler: Maximale Kalorienzahl bei minimalem Gewicht.

In Uusikaupunki, direkt am Wasser gelegen, finden wir unseren ersten Campingplatz und bauen das Zelt auf. Offiziell ist er bis nächste Woche geschlossen, aber wir zahlen und dürfen selbstverständlich bleiben. 

Ankunft in Turku früh morgens

Erste Warnschilder

„Grilli“ in Vehmaa


Das Zelt steht!

Idyll am Strand des Campingplatzes

Stockholm & Fähre nach Finnland

Wer sagt, in Skandinavien sei es immer kalt und nass, wird heute eines besseren belehrt: Strahlender Sonnenschein bei 27 Grad. Über Null versteht sich. Wir bewegen uns heute mit den Rädern im Stadtgebiet, um flotter voran zu kommen. So fahren wir u. a. zum Fernmeldeturm und genießen auf ca. 150 m Höhe den Blick rundum.

SAS-Nachtrag: Uups. Auch Martins vorderes Schutzblech hat auf dem Flug Nieten lassen müssen. Da hilft nur noch mehr Klebeband. Wir huldigen dem Erfinder des Gewebeklebebands!

Nun warten wir im Schatten eines Parks auf den Check-in zur Fähre. Zum Hafen hinunter sind es nur ein paar hundert Meter. Der Check-in am Viking Line Terminal verläuft ohne Probleme. Dann schauen wir vom Oberdeck der „Amorella“ hinüber zur Silhouette von Stockholm. Leinen los und auf nach Turku!

Blick über Stockholm

Fernmeldeturm

Martin auf dem Weg in die Altstadt

Unser Schiff „Amorella“ legt an

Vorläufiger Abschied von Schweden

 

Während in den USA Dornbüsche über die Highways rollen, so rollen auf finnischen Fähren leere Bierdosen übers Oberdeck. Und: Nein! Das ist kein Vorurteil!

Stockholm

Kreuz und quer laufen wir durch Stockholm und genießen die Kombination aus schönem Wetter und den engen Gassen der „Gamla Stan“ – der Altstadt.

Auch einen neuen Rückspiegel haben wir gekauft, bevor wir am Nachmittag einen Abstecher ins Vasamuseum machen.

Dort wird von einer engagierten Führerin die Geschichte der Vasa, dem Flaggschiff des Königs erläutert, das auf seiner Jungfernfahrt 1628 im Hafen von Stockholm versank. Zuwenig Ballast und zuviele Kanonen haben zu einem zu hohen Schwerpunkt geführt, sodass das stolze Segelschiff beim ersten Wind kenterte…

Königspalast mit Storkyrkan

Stortorget mit Nobel-Museum (re.)

Gasse in Gamla Stan

Stadshuset von Riddarholmen aus gesehen

Die „Vasa“, 1961 vom Hafengrund gehoben

Anreise 

Liebe Fluggesellschaft SAS, falls Du einen Rückspiegel auf dem Rollfeld in Stuttgart oder Arlanda findest – das wäre Martins. Frank vermisst Abdeckkappen an der Federgabel und dem Hörnchenlenker. Ortliebtaschen kann man zwar mit duct tape kleben – wir hätten aber gerne auf das Loch verzichtet. Im Gegenzug wäre eine Nachzahlung von 280 € für Fahrräder und Übergepäck fällig gewesen, die wir aber langatmig wegdiskutiert haben. Der Rest ist gut angekommen und die ersten 47 km vom Flughafen ins Hotel sind absolviert.

Morgen erkunden wir dann Stockholm.

Abflug in Stuttgart

Anflug auf Stockholm mit Schären